Unser Heimatgebiet aus historischer geologischer Sicht

Burgstädt und seine Umgebung liegt mitten im sächsischen Granulitgebirge.

Burgstädt und seine Umgebung liegt mitten im sächsischen Granulitgebirge. Dieses mit seinem Schiefermantel bildet den Hauptteil der Landschaft, die man als mittelsächsisches Berg-und Hügelland bezeichnet.

Es schließt sich nach Norden an das Erzgebirgische Becken an und nimmt eine in Ost-Nord-Ost Richtung verlaufende, etwa 50 Kilometer lange und 20 Kilometer breite Fläche ein, welche die Form einer Ellipse hat und die sich zwischen den Orten Roßwein und Hohenstein-Ernstthal erstreckt.

Da der quarzreiche Schiefermantel schwerer verwittert als der feldspathaltige Granulit, erhebt sich jener wie ein Ringwall um den vom Granulit eingenommenen Innenraum.

Der Rochlitzer Berg mit 353 m Höhe über NN stellt keine Erhebung des Schiefermantels dar, sondern ist der Rest eines aufsitzenden Stratovulkanes der Rotliegendenzeit. Der Granulit ist ein aus Quarz und Feldspat zusammengesetzter kristalliner Schiefer.

Überragt wird die Hochfläche des Granulitgebirges ringsrum von den Hüllschiefern, die landschaftlich deutlich einen Schieferwall bilden. Dessen Höhen sind etwa 10 - 50 Meter höher als das Granulitgebirge und stellenweise auffällig bewaldet.

Besonders erwähnenswert sind die Cordieritgneise, die bei der Verwitterung noch größeren Widerstand entgegensetzten, als der Granulit. Der schwer verwitternde Gordieritgneis bildet auch den Taurastein mit 347 Metern über NN eine der höchsten Erhebungen des Granulitgebirges zwischen Burgstädt und dem Chemnitztal.

Neuere Forschungen ergaben eine durch Strahlungsmessungen ermittelte Altersbestimmung für bestimmte Granulitarten einen Wert von rund 3 Milliarden Jahren. Damit steht fest, daß die Granulite die weltweit ältesten Gesteine im Gebiet der BRD sind und zu den ältesten Europas zählen.

Im sächsischen Granulitmassiv ist damit das Teilstück einer Ur-Erdkruste aus der Erdfrühzeit sichtbar. Bei einem intergebietlichen Vergleich mit ähnlichen Vorkommen in Europa kann die erdgeschichtliche Entwicklung nachgewiesen und die Verteilung von Festland und Meer in einer Zeit erforscht werden, die für die Erdgeschichtsforschung bislang im Dunkeln lag.

Beim Vorstoß des Inlandeises in der Elstereiszeit vor 480 - 420 Jahrtausenden dessen Südgrenze die Feuersteinlinie am Nordrand des Erzgebirges und der Sudeten verlief, hat das etwa 900 Meter mächtige Inlandeis von Norden kommend auch den Taurastein überfahren, große Felsblöcke wurden auf der westlichen Stirnseite des Taurasteines herausgebrochen und auf der Oberfläche abgelagert.

Das Gletschereis hinterließ auch Spuren von Kratzern im Fels in der Nähe der sogenannten Nagelschen Messpunktsäule, im Volksmund Storchenesse genannt während der letzten, der Weichseleiszeit vor 120 - 20 Jahrtausenden drang das Inlandeis nicht mehr bis in unsere Gegend vor.

Jedoch wurde aus den Grundmoränen der Löß vom Wind ausgeblasen und am Fuß der Mittelgebirge und auch des Taurasteines abgesetzt. Dieser bildete sich später zu fruchtbaren Lößlehm um, der die Grundlage für die Landwirtschaft bildet.

Bei der Wahl des Platzes für den Ort Burgstädt müssen religiöse Bedingungen dabei in Erwägung gezogen worden sein.

Man vergleiche:
Im Jahre 1168 Gründung des Kloster Zschillen zu dem das Burgstädter Gebiet kirchlich gehörte, im Jahre 1282 Abhaltung der Synode (Kirchenversammlung) "am Stein", wobei wir deutlich den Taurastein wiedererkennen, um das Jahr 1490 noch lediglich als der Stein bezeichnet.

Es muß also der Ort in dieser Zeit bereits als ein Mittelpunkt kirchlicher Betreuung betrachtet werden. Im granulistischen Kerngebiet treten namentlich in der Linie Limbach - Hartmannsdorf - Markersdorf, ferner bei Lunzenau - Rochsburg und bei Dreiwerden - Mittweida in einzelnen langen Zungen, die sich vom Rande aus teils längs, teils quer durch das Granulitgebirge erstrecken, hochmetamorphe Gesteinsmassen auf, die der Granulitfamilie und durch den Schiefermantel fremd sind: Gneise vorwiegend Cordieritgneise sind Gesteine der Schieferzungen oder Schieferinseln.

Der Taurastein ist ein Teil der Limbach - Burgstädter Schieferinsel aus Cordieritgneis. Östlich von Burgstädt tauchen die Felsen des Taurasteines wie ein Riff aus der Lößlehmdecke auf. Der Taurastein erreicht eine absolute Höhe von 347 Metern über NN. Sein Höhenabstand zur westlich vorgelagerten Hochfläche beträgt ca. 50 Meter. Sein Fuß nimmt eine Fläche von 1,5 Kilometern Durchmesser ein.

Die Gipfelfläche des Taurasteines ist 600 Meter lang und bis zu 100 Metern breit. Sie besitzt die Form einer Zunge. Der Taurastein streicht von SW nach NO. Seine Züge im Süden und Westen sind unter 5° geneigt. Im Norden betragen die Böschungswinkel etwas über 5° . Die nach Osten gerichteten Flächen besitzen Hangneigungen bis zu 9° . Im Südosten gehen sie stetig in die Hochfläche über.

An der Westseite stehen unterhalb der Gipfelfläche auf 500 Metern Entfernung Felsen an . Sie bilden einen Steilhang von 2 bis 6 Metern Höhe. Die Gipfelfläche wird nochmals von einzelnen 4 Metern hohen Felsen überragt. Im Norden liegen mehrere große Felsblöcke verstreut als Folge der Wirkung des Inlandeises. Von der Hochfläche zieht sich der Lößlehm an den Hängen hinauf bis zum Fuß der Felsen. Seine Mächtigkeit nimmt in dieser Richtung von 4 Metern bis auf Dezimeterstärke ab.

Das Feldriff des Taurasteines besteht aus Gordieritgneis. Er zählt zu den Gesteinen der Schieferzungen und zeichnet sich durch äußerste Widerstandsfähigkeit aus. Durch den Gesteinsunterschied zum umgebenden Granulit bildeten sich solche schroffen Formen wie der Taurastein heraus.

Der Taurastein ist keine so vollkommen isolierte Erhebung unter der Hochfläche, wie es den Anschein hat. Nordöstlich von Limbach zieht sich ein Rücken über Hartmannsdorf bis Burgstädt hin. Er besitzt südlich von Hartmannsdorf eine Höhe von 370 Metern über NN. Weiter nördlich steigt er in der Hartmannsdorfer Steinkuppe auf 385 Metern an.

Auf der Höhe von Herrenhaide misst er noch 353 Meter. Am Taurastein ist er auf 347 Meter Höhe angelangt. Der Rücken fällt soweit nach Norden ab. Seine relative Höhe von etwa 50 Metern behält er bei. Das ist durch die größere Neigung der Hochfläche bedingt. Die Böschungswerte betragen an einzelnen Stellen bis zu 10°. Der Rücken ist aus verschiedenartigen Gesteinen zusammengesetzt.

In Hartmannsdorf steht der körnige Granulit an. Auf der Hartmannsdorfer Steinkuppe tritt der widerständige Pyroxengranulit hinzu. Die Höhe von Herrenhaide wird von Serpentin gebildet. Der Unterschied morphologisch verschiedenartiger Gesteine kommt hier an der Oberfläche nicht zum Ausdruck. Nördlich von Limbach-Oberfrohna zeigen die Hartmannsdorfer Steinkuppe, die Mühlauer Höhe und der Windberg bei Mühlau einen ähnlichen Zusammenhang. Diese Höhen werden jedoch alle vom Granulit aufgebaut.

Gemeinnütziger Verein Wettinhain Burgstädt e.V. mit freundlicher
Genehmigung von Herrn Günter Barthel, Diplomgeograph

Burgstädt im Mai 2002


http://made-in-saxon.de/wettinhain/geologie.html
Copyright © 2003 Andreas Böttcher DaWeDe
Optimiert für 1024 X 768 Pixel